In der heutigen Zeit, sind wir doch alle irgendwie gestresst. Hierüber habe ich auch schon einen Artikel geschrieben. Stress in einem gewissen Maß ist ja gut und schön, doch wenn er länger anhält kann er wirklich krank machen. Ich habe das Gefühl, dass das immer noch so sehr unterschätzt wird, bis es dann zu spät ist.
Anzeichen für negativen Stress
Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, auch ich habe die Gefahren von zu viel Stress unterschätzt, bis ich krank geworden bin. Bei mir hat alles damit angefangen, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Ich war unglaublich müde, aber gleichzeitig innerlich so unruhig weil es noch so viel zu tun gab und ja ich hatte auch das Gefühl, dass es ohne mich nicht geht. Kleiner Spoiler, es ging wunderbar ohne mich, nachdem ich ausgefallen bin hat sich sofort eine Vertretung gefunden. Außerdem war ich sehr schnell gereizt und ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, das war für mich wirklich am schlimmsten. Ich konnte mich keine fünf Minuten mehr auf einen Text konzentrieren.
Mit genau so „Kleinigkeiten“ fängt es oft an, wir können nicht mehr gut schlafen, sind gereizt oder vielleicht sind es bei dir auch Rückenschmerzen. Ja auch das kann wegen der permanenten Anspannung, welche mit Stress einhergeht ein, ein Zeichen sein, dass du zu viel Stress hast. Natürlich wirkt sich das auch auf unsere Tiere aus. Wir lassen uns schneller aus der Fassung bringen, wenn etwas nicht klappt und ja sie merken auch, wenn wir angespannt sind.
Der Entwarnungsimpuls um aktiv in die Entspannung zu kommen
Das alles sind Symptome, bei denen ein bestimmter Teil unseres Nervensystems, der sogenannte Sympathikus aktiv ist, sein Gegenspieler der Parasympathikus ist hierbei quasi ausgeschaltet. Genau dadurch entstehen viele der Symptome, er ist nämlich für unsere Entspannung zuständig und für alles was dazu gehört. Das ist beispielsweise eben auch unser Schlaf und die Verdauung. Deshalb haben viele von uns auch Magenprobleme bei zu viel Stress.
Das Problem ist, dass wir wenn wir sehr gestresst sind und daher der Sympathikus dauernd aktiv ist, müssen wir wirklich aktiv dafür sorgen, dass der Parasymapthikus wieder eingeschaltet wird. Wenn der Körper aktiviert ist braucht er quasi einen Entwarnungsimpuls (Relaxation Response) um wieder in seinen Normalzustand zurückzukehren.
Um dies zu erreichen, können wir unseren Körper darauf konditionieren, dass er sich entspannt, wenn bestimmte Dinge passieren. Beziehungsweise einige Dinge macht er sogar ganz automatisch. So kann sich ein Muskel, der mindestens fünf Sekunden lang angespannt wurde im Anschluss gut entspannen. Dies macht sich beispielsweise die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen zu Nutze. Hier werden die Muskeln nacheinander aktiv angespannt um danach eben entspannen zu können. Auch wenn du deine Muskeln bewusst spürst, kannst du danach besser entspannen, deshalb ist der sogenannte Bodyscan eine weitere sehr gute Entspannungsmethode.
Da Stress häufig vor allem durch unsere Gedanken entsteht, kann auch alles, was uns dabei hilft unsere Gedanken zu kontrollieren hilfreich sein, klassisch ist hier natürlich die Meditation zu nennen, aber auch Autosuggestionen wie sie beim autogenen Training genutzt werden, können wirklich hilfreich sein.
Es ist auch möglich den Körper selbst auf Entspannung zu konditionieren. Wenn du gerade in einem entspannten Zustand bist, kannst du beispielsweise einen sogenannten Anker etablieren. Vielleicht eine bestimmte Handbewegung oder etwas, dass du berührst, wie ein Armband. Wenn du dann gestresst bist, kannst du bewusst diese Handbewegung ausführen um deinen Körper an den entspannten Zustand zu erinner. Das klappt übrigens auch wunderbar bei unseren Haustieren. Hier kann auch gut mit Düften gearbeitet werden.
Was passiert bei der aktiven Entspannung
Doch was passiert da jetzt genau? Durch diese Entspannungsimpulse wird die sogenannte sympathische Dominanz unterbrochen. Der Sympathikus ist, wie oben beschrieben, der Teil des Nervensystems, der aktiv ist, wenn wir gestresst sind. Die Entspannungsimpulse aktivieren nun den Parasymapthius, was zur Hemmung des Sympathikus führt, da die beiden Gegemspieler sind und immer nur einer der beiden aktiv sein kann.
Dabei wird die sympathische Dominanz unterbrochen und es laufen Vorgänge ab, die zu parasysmpathischer Entspannung führen. Die Reduzierung stressauslösender Hormone wird gehemmt und Entspannungshormone, die zudem Glücksgefühle entstehen lassen können werden produziert. Die Muskeln im Körper können sich entspannen, unser Herz schlägt langsamer. Unsere Verdauung verbessert sind, die Immunabwehr steigt. Tatsächlich werden wir sogar produktiver weil wir Zugang zu unseren Ressourcen haben und uns besser konzentrieren können.
Du merkst also es lohnt sich.
Aus genau diesem Grund habe ich mich entschieden eine Ausbildung zur Entspannungstrainerin zu machen. So kann ich wirklich ganzheitlich dabei unterstützen Stress zu reduzieren. Im Coaching kann herausgefunden werden, was Stress auslöst und wie er reduziert werden kann und gleichzeitig kann der Körper durch die Entspannungstechniken lernen sich zu entspannen. Das ist die Grundvoraussetzung für jede Veränderung, eben weil du nur im entspannten Zustand Zugang zu deinen Ressourcen hast und herausfinden kannst was du willst. Veränderung aus einer inneren Alarmbereitschaft sind oft nicht zielführend, sinnvoller ist es erstmal Ruhe in das Nervensystem zu bringen um dann klare authentische Entscheidungen zu treffen.