Vielleicht, weil du glaubst, dass es sonst nicht funktioniert.
Doch was wäre, wenn echte Beziehung nicht auf Kontrolle, sondern auf Vertrauen basiert?
Siehst du dein Tier als gleichberechtigtes Lebewesen? Als Partner an deiner Seite, mit dem du Spaß haben und eine schöne Zeit verbringen möchtest? Ich gehe einfach mal davon aus, dass dies die meisten von uns möchten, und dennoch sehe ich immer wieder, dass wir von unseren Tieren, dass sie genau das tun, was wir wollen.
Aber mal ehrlich – verlangst du das auch von deinen menschlichen Freunden oder Partnern? Wahrscheinlich nicht. Warum also bei unseren Tieren? Warum gehen wir davon aus, dass sie immer das tun müssen, was wir gerade wollen?
Wahrscheinlich hast du jetzt verschiedene Gedanken im Kopf. Vielleicht denkst du, dass es sonst aber ganz schön gefährlich werden kann. Und ja da gebe ich dir absolut Recht, wenn dein Tier in der Welt, in der wir sie halten machen würden, was sie wollen, würde es wirklich gefährlich werden. Aber das haben Sie sich nicht ausgesucht, wir haben sie in unser Leben geholt und daher ist es jetzt auch unsere Aufgabe ihnen unsere Welt zu erklären.
Grenzen setzen – aber richtig und fair
Natürlich ist es wichtig unserem Tier auch mal Grenzen zu setzen, denn Grenzen können durchaus Sicherheit geben und unser Tier vor den Gefahren des Alltages schützen.

Die Frage ist aber wie wir diese Grenzen setzen, wir uns dabei verhalten und welche Intention wir dabei haben. Dein Tier spürt den Unterschied – ob du es schützen willst oder blinden Gehorsam forderst, weil „man das so macht“.
Wir können entscheiden, wie wir unserem Tier diese Welt, in die wir es geholt haben, erklären. Letztlich geht es ja immer darum, dass unser Tier entweder ein bestimmtes Verhalten häufiger zeigen soll oder irgendwas nicht mehr tun soll. Das müssen wir ihm beibringen, entweder in dem wir das gewünschte Verhalten belohnen oder unerwünschtes Verhalten bestrafen, so lernen Tiere.
Leider sehe ich immer noch so viel Strafe im Umgang mit Tieren, da wird dem Pferd der Fuß in den Bauch geboxt, wenn es nicht losläuft und an der Leine geruckt, wenn der Hund bellt. Ob ihr es glaubt oder nicht, das tut dem Tier weh. Gerade in der Pferdewelt sehe ich so oft wie immer härtere Mittel, Peitschen, Sporen etc ausgepackt werden, wenn das Pferd nicht wie gewünscht reagiert. Ich höre dann Sätze wie, der ist abgestumpft oder der braucht das. Leute ganz ehrlich, habt ihr mal beobachtet, was ein Pferd macht, wenn eine Fliege auf ihm sitzt? Es schlägt mit Schweif, um diese wegzumachen. Das Pferd spürt eine Fliege und dann wollt ihr mir erzählen, es spürt euren Fuß in seinem Bauch nicht? Ich glaube das liegt eher daran, dass wir ihm irgendwie was falsches beigebracht haben oder es aus anderen Gründen, vielleicht wegen körperlichen Schmerzen, das, was wir wollen, gerade nicht umsetzen kann.
Doch statt an uns zu arbeiten oder mal genauer hinzuschauen und hinzuhören, werden die Mittel immer drastischer. So und jetzt sind wir bei Thema: Weil das Pferd machen muss, was wir wollen. Vielleicht wird es nicht ausgesprochen, doch genau das steckt meiner Meinung nach so oft dahinter. Wir haben das Pferd gekauft, weil wir reiten wollen, dann soll das Pferd doch jetzt bitte auch funktionieren. Und mit Sporen und Peitsche klappts dann ja auch, machen ja andere schließlich auch so.
Beim Hund nehme ich es nicht mehr ganz so extrem wahr. Vielleicht liegt es daran, dass wir enger mit dem Hund zusammenleben? Doch auch hier sehe ich immer wieder, wie der Hund beim Schnüffeln weitergezogen wird, weil der Mensch keine Zeit hat. Schnüffeln ist ein natürliches Bedürfnis eines Hundes und ganz ehrlich, warum gehst du denn mit deinem Hund spazieren? Sollte der Spaziergang denn nicht dafür sein, dass die Bedürfnisse deines Hundes befriedigt werden? Aber nein, das passt dann halt nicht in unserem Tagesablauf, wir müssen ja schließlich Geld verdienen und dann muss der Hund eben funktionieren. Bellen soll er natürlich auch nicht und bitte allen Artgenossen, auch an der Leine, immer nett begegnen. Dass dieses frontale aufeinander zu laufen, was wir da an der Leine oft praktizieren aber einfach total unnatürlich ist, scheinen wir zu vergessen.
Souveranität statt Dominanz
Vielleicht glaubst du auch, dass dein Tier machen muss, was du willst, weil man das eben so macht. Weil du glaubst dein Tier tanz dir sonst auf der Nase rum und macht es will. Ich könnte mir vorstellen insgeheim glauben wirklich einige, unsere Hunde erobern die Welt, wenn wir ihnen nicht zeigen, wo es lang geht. Doch auch hier kommt wieder meine Lieblingsfrage ins Spiel: ist das wirklich so? Wollen unsere Tiere überhaupt die Führung übernehmen?
Es gibt ja immer noch den Glauben, dass es im Wolfsrudel einen Rudelführer gibt, aber Wölfe leben in einem Familienverband und wenn es genug Ressourcen gibt, muss hier keiner die Führung übernehmen. Natürlich zeigen die Elterntiere den Welpen, wie die Welt funktioniert, aber das hat nichts mit Rängen zu tun. Diese gibt es nur bei dem Wölfen, die mit zu wenig Ressourcen in Nationalparks leben. Doch ich denke du und dein Hund habt genug Ressourcen, daher darfst du ihm die Welt zeigen, statt ihn zu „dominieren“.
Bei Pferden gibt es Ränge, ja das ist richtig. Doch nicht der, der am lautesten und gröbsten ist, hat einen hohen Rang, sondern das Pferd, das souverän ist. Diese Souveranität darfst du lernen. Wenn du dich aus dir heraus sicher fühlst, so handelst und deinem Pferd wohlwollend gegenüberstehst, gibt es für dein Pferd keinen Grund nicht zu tun was du möchtest. Vorausgesetzt du schaffst es ihm zu erklären, was du möchtest. Wo wir wieder beim Thema lernen, sind.
Natürlich ist es auch total in Ordnung, dass dein Tier immer mal machen muss was du willst. Wenn du deinen Hund mit ins Büro nehmen möchtest, ist es wichtig, dass er lernt sich dort ruhig zu verhalten.
Doch eine gleichberechtigte Partnerschaft ist ein geben und nehmen, auf Augenhöhe. Deshalb mach doch auch mal das, was dein Tier möchte. Lass deinen Hund mal entscheiden welchen Weg er laufen möchte und wie lange er wo schnüffeln möchte und vielleicht darf dein Pferd an bestimmten Stellen bei eurem Ausritt ja auch mal die Gangart bestimmen oder bei einem gemeinsamen Spaziergang einfach mal grasen.

Klare Führung beginnt in dir
Also kurz zusammengefasst, ich bin total der Meinung, dass Tiere Grenzen brauchen, denn das gibt Ihnen Sicherheit und wir müssen ihnen zeigen, wie sie sich sicher in unserer Welt bewegen. Doch um, Grenzen zu setzen, müssen wir Menschen werden, die sicher in sich sind und souverän führen können. Wir müssen in uns klar sein und uns klar und vorhersehbar verhalten. Außerdem müssen wir immer gleich reagieren und nicht, wie es meistens der Fall ist unsere Reaktion von unserer Stimmung beeinflussen lassen. Das Gegenüber muss mit all seinen Bedürfnissen fair und respektvoll wahrgenommen werden.Eben genau das, was wir uns von einem guten Chef wünschen. Wer möchte denn bitte einen Chef, der bei jeder Kleinigkeit ausrastet oder bei dem du dauernd das Gefühl hast, er macht das nur um dir zu beweisen, dass er der Chef ist, ganz egal, wie es dir dabei geht. Wie ist das für dich und warum sollte es für dein Tier anders sein?

Wenn du spürst, dass du dich und dein Tier auf einer tieferen Ebene verstehen möchtest, begleite ich dich gern in meinem Programm „Tierimpuls – Dein Tier zeigt dir den Weg“.
Gemeinsam finden wir heraus, was dein Tier dir wirklich sagen möchte – und wie ihr ein Team auf Augenhöhe werdet.
So schön und wahr❤️
danke dir