Warum ich Tierimpuls entwickelt habe

Veröffentlicht am Kategorisiert als Coaching, Impulse für Tiere, Persönliches 2 Kommentare zu Warum ich Tierimpuls entwickelt habe

Heute möchte ich euch darüber berichten, wie es zu meinem Coachingangebot „Tierimpuls“ gekommen ist. Ich wollte das eigentlich auf die Angebotsseite schreiben, habe dann aber irgendwie gemerkt, dass es den Rahmen sprengen würde…

Meine Tierbiographie

Zu Beginn erstmal kurz was zu meiner Geschichte mit Tieren, quasi meiner Tierbiographie. Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, habe ich Tiere schon immer sehr, sehr gerne gemocht. Da ich einen Sprachfehler habe (ich stottere) hatte ich in der Schule immer das Gefühl anders zu sein und wurde hier auch echt viel gemobbt. Es ist wirklich ein ziemlich blödes Gefühl, nicht sagen zu können was man möchte und dafür auch noch verurteilt zu werden. Doch wenn ich  mit Tieren zusammen war, war das immer anders. Sie haben mich genau so angenommen wie ich bin. Vor allem die Ausstrahlung von Pferden hat als Kind unglaublich anziehend auf mich gewirkt. Diese riesigen, wunderschönen Tiere, die doch so sanft sind. Sie lassen sich von uns irgendwo hinführen und wir dürfen sogar auf ihnen reiten. Dank meinem Papa habe ich sehr früh eine Reitbeteiligung bekommen und ich habe es geliebt bei diesem Pferd zu sein, ab da hatte ich eigentlich immer Reitbeteiligungen. Ja ich bin auch geritten aber ich war vor allem gerne mit Pferden zusammen.

Tatsächlich hatte ich allerdings nie Reitstunden, die Besitzer der Pferde haben mir ein bisschen was beigebracht aber in einer klassischen Reitschule war ich nie. Das wollte ich nicht. Ich habe einmal eine Freundin begleitet und habe zugeschaut, wie die Pferde hintereinander im Kreis durch die Halle gelaufen sind, Runde um Runde. Bis galoppieren kam, da sind sie nacheinander eine Runde an den anderen vorbeigeschossen, bis sie wieder hinten waren. Die Pferde sahen nicht glücklich aus. Schon da habe ich  mich gefragt warum wir das machen. Warum tun wir Menschen diesen tollen Tieren etwas an, was ihnen doch offensichtlich keinen Spaß macht? Und der Galopp hat mir Angst gemacht, das hätte ich damals aber natürlich nie zugegeben. Fest stand jedoch, dass möchte ich nicht.

Meine Erfahrungen mit Selene

Veränderung ist möglich – aber sie beginnt in mir

Jetzt meine gesamte Pferdelaufbahn hier zu beschreiben würde definitiv den Rahmen sprengen, daher möchte ich einen Zeitsprung zu den Erlebnissen mit meiner Stute Selene machen. Dieses Pferd hat mir so viel beigebracht und mich dazu gebracht alles zu hinterfragen, was ich gelernt habe. Ein Erlebnis möchte ich gerne mit euch teilen, weil es maßgeblich zur Entwicklung von Tierimpuls beigetragen hat.

Als ich Selene gekauft habe war sie nicht besonders gut ausgebildet und da ich nicht die beste Reiterin war und bin habe ich mir Unterstützung durch eine Reitlehrerin gesucht. Selene ist schnell, sie ist wirklich schnell und dabei leider unkoordiniert (falls ihr mich kennt, kommt euch das vielleicht bekannt vor). Deshalb war eines unserer Ziele, dass sie lernen soll langsamer zu laufen. Der Gedanke ist super weil das Ganze war echt nicht immer ganz ungefährlich. Aber ich habe es nicht hinbekommen. Die Reitlehrerin hat mir sehr gut erklärt welche Reiterhilfen ich geben muss, aber es hat einfach nicht geklappt. Sie wurde nicht langsamer. Was denkst du ist in mir passiert? Welche Gedanken hatte ich? Das war so was wie: Ich schaffe es nicht mein eigenes Pferd zu reiten. Andere kriegen das viel besser hin. Was kann ich überhaupt? So und was hat das in mir ausgelöst? Druck…unglaublich großen Druck. Das heißt ich stand total unter Druck und habe versucht, dass mein Pferd langsamer läuft….Meinst du das hat geklappt? Nein. Und das obwohl die Reitlehrerin mir wirklich alle Reiterhilfen gut erklärt hat. Jetzt kommt auch noch hinzu, dass ich selbst ein totaler Hampel war und unter permanenter Anspannung stand. Heute weiß ich das, damals war es mir nicht bewusst. Also vielleicht hatte das Verhalten ein ganz klein bisschen mit mir zu tun?

Doch es geht leider noch weiter, denn ich habe das damals nicht gemerkt und das jetzt zu schreiben fällt mir wirklich nicht leicht und ich bereue es zutiefst. Die Reitlehrerin hat vorgeschlagen die jetzt mal an die Longe zu nehmen und so richtig voran zu treiben. So lernt sie, dass das so nicht geht. Sie darf erst langsam laufen, wenn sie mit macht…weil sie muss das lernen. Mit „sie“ war mein Pferd gemeint, dabei hätte doch ich lernen müssen, aber wie gesagt, das wusste ich nicht. Ich hatte so ein unfassbar schlechtes Gefühl, aber die Reitlehrerin wird schon wissen was sie macht. Sie ist ja die Expertin. Das Ende vom Lied war ein schweißnasses total gestresstes Pferd und wisst ihr was? Langsam reiten konnte ich sie immer noch nicht.

Danach habe ich den Reitlehrer gewechselt und es wurde besser. Doch auch hier gab es noch eine lustige Erfahrung. Wir haben versucht zu galoppieren und es hat nicht geklappt. Dem Reitlehrer ist aufgefallen, dass ich irgendwas komisches mit meiner Hüfte mache, er meinte irgendwie schiebst du deine Hüfte nach hinten statt nach vorne und so kann das Pferd nicht weiter laufen. Ich war so dankbar, dass er erkannt hat, wo das Problem ist und dass es an mir lag, aber ich konnte es nicht ändern. Zwischenzeitlich weiß ich, dass ich eigentlich nicht galoppieren wollte weil ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht mehr reiten wollte und mein Körper hat sich unbewusst genau so bewegt. Ich habe das nicht willentlich gesteuert, es ist einfach passiert. Doch mein Pferd hat wahrgenommen was mein Körper macht. Einfach weil Pferde viel fitter in Körpersprache sind als wir und hat es mir gezeigt. Auch das ist mir leider erst so wirklich viel viel später im Rahmen meiner eigenen Coachingausbildungen deutlich geworden.

Weißt du was mir letztlich geholfen hat? Herauszufinden dass ich selbst diesen fiesen inneren „Mach schnell“ Antreiber habe und ich mir erlauben darf Dinge langsam zu tun. Ich darf Pausen machen, durchatmen und mich entspannen. Erst dann kann meine Stute entspannen.

Meine Erfahrungen mit Nele

– wie ich meinen größten inneren Antreiber entdeckt habe

Doch es müssen nicht immer Probleme mit Tieren sein, durch die wir über uns lernen können. Auf diesen inneren „Mach schnell“ Antreiber hat mich beispielsweise meine Hündin Nele gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon in meiner Coachingausbildung und habe mich intensiv mit mir und meinen inneren Prozessen beschäftigt. Ich bin damals immer mit Nele zur Arbeit gelaufen und an einem Tag hat sie einfach überall geschnüffelt. Das hat mich total genervt, ich wurde immer angespannter und war echt kurz davor sie einfach mitzuziehen. Doch dann habe ich inne gehalten weil mir die Frage in den Kopf kam, was ich da eigentlich mache. Warum entscheide ich jetzt, dass mein schnelles Vorankommen wichtiger ist, als das Schnüffeln meines Hundes. Wo will ich eigentlich hin? Mache ich nicht gerade genau das, was mir total viel Spaß macht? Ich  gehe mit meinem Hund spazieren und statt das zu genießen bin ich gedanklich woanders und mache schnell? Was mache ich da? Mir wurde bewusst, dass hier mein innerer Antreiber „Mach Schnell“ am Werk ist. Bis dahin dachte ich, mein größter innerer Antreiber sei es alles perfekt zu machen, doch das ist wirklich  gar nicht so. Ich glaube ich dachte das nur weil viele diesen inneren Perfektionisten haben, doch ich nicht und das hat meine Nele mir gezeigt.

Meine Erfahrungen mit Lina

– ich darf meinen eigenen Weg gehe

Ja und dann ist noch  meine Lina in mein Leben gekommen und hat mir nochmal ganz andere Dinge gezeigt. Meine Nele ist ja wirklich super entspannt. Lina nicht, Lina ist ein Energiebündel. Am liebsten den ganzen Tag Aktion, jeden begrüßen, Spaß haben und laut sein. So jetzt bin ich ja tiergesützte Pädagogin mit zig Weiterbildungen, Erfahrung und was weiß ich nicht noch alles. Und dann Lina dieser Quatschkopf an meiner Seite. Ich dachte ganz oft, wenn ich sie mitgenommen habe: was denken denn die anderen? Die sind meine ruhige Nele gewöhnt und dann kommt Lina. Ich muss meinen Hund doch erziehen. Als Lina kam habe ich mich allerdings schon intensiver damit beschäftigt, dass das was wir mit unseren Tieren machen ganz oft etwas mit uns zu tun hat, deshalb habe ich da mal genauer hingeschaut und mir die Frage gestellt was ich eigentlich will. Will ich überhaupt das Lina brav neben mir sitzt und keine anderen Leute anspringt. Eigentlich finde ich es ziemlich lustig, wenn sie mich morgens anspringt, aber darf sie das? Ich habe mich dazu entschieden. Ja darf sie, wenn es ihr nicht schadet. Und seitdem stelle ich mir immer wieder die Frage: Ist das wirklich das, was ich will oder ist es das was ich glaube das von mir erwartet wird. Möchte ich das machen, was andere von mir erwarten und was macht es mit mir, wenn ich es nicht tue. Dadurch habe ich auch gelernt, wie wichtig mir Anerkennung ist und das ich glaube Anerkennung durch „gute Leistung“ zu bekommen. Danke Lina!

Du siehst also dass meine eigenen Tiere mir so viel beigebracht habe, Dinge auf die ich selbst nicht gekommen wäre. In meinen Ausbildungen zum psychosozialen Berater und systemischen Coach habe ich gelernt, wie wir Menschen so funktionieren und was in uns wirkt. Meine Tiere haben  mir dies verdeutlich und bewusst gemacht.

Erfahrungen in der tiergestützten Arbeit

Doch nicht nur meine eigenen Tiere haben mir Impulse für mein Coaching gegeben, sondern auch meine Erfahrungen in der tiergestützten Arbeit. Ich habe so oft erlebt, dass der Kontakt mit Tieren Dinge auslöst, die gerade wichtig sind. Ihr merkt es ist nicht so leicht für mich das ganze in Worte zu fassen. Gerade die kleinen Dinge haben mich oft am meisten beeindruckt. So habe ich mal mit einer Klientin die Pferde beobachtet und einige Termine später hat sie zu mir gesagt, dass die Situation an der Raufe sie an ihre Kindheit erinnert hat. Es wurde wohl ein Pferd von der Raufe verjagt  und genau so wurde ihr kleiner Bruder immer behandelt. Sie macht sich heute noch starke Vorwürfe, dass sie nicht eingegriffen hat. Mir selbst ist die Situation übrigens gar nicht aufgefallen. Das zeigt mir, dass wir immer das wahrnehmen, was uns gerade beschäftigt und Tiere können uns helfen, das was uns beschäftigt nach außen zu tragen und in Worte zu fassen, dann kann es bearbeitet werden. Ich habe lange überlegt, woran das liegt und ich glaube es liegt einfach daran, dass Tiere uns in unserem inneren berühren, wenn wir es zu lassen.

Ich hab in der tiergestützten Arbeit außerdem beobachtet, wie mit dem Pferd herausgefunden wurde, wie die eigenen Ängste überwunden werden können, wie Pferde motivieren das Haus zu verlassen, wie Pferde verdeutlichen, dass andere die eigenen Grenzen nicht respektieren und so viel mehr.

Allgemeine Erfahrungen

Doch auch allgemeine Beobachtungen, die immer mal wieder gemacht habe, haben den Samen von Tierimpuls immer weiter wachsen lassen. So habe ich mal ein junges Mädchen mit seinem Pferd in der Halle beobachtet, es war ein Stall mit ziemlich schicken Pferden, engen Boxen und einer großen Halle. Das Mädchen, vielleicht 14 Jahre, war am Anfang alleine in der Halle und sie war echt nett mit ihrem Pferd. Sie hat mit ihm gesprochen, immer wieder gelobt und als eine Übung mal nicht geklappt hat, hat sie einfach gelacht. Obwohl ich mich in dem Stall nicht wohlgefühlt habe, hat es Spaß gemacht den beiden zuzuschauen. Doch dann kamen zwei andere Mädchen, etwas älter, vielleicht 16 mit ihren Pferden in die Halle. Sie haben sich laut miteinander unterhalten und die Pferde hinter sich hergezogen. Und plötzlich hat das Mädchen, das schon in der Halle war ihr Verhalten geändert. Sie hat die Zügel eng genommen wurde ganz ernst und als ihr Pferd die Übung immer noch nicht gut gemacht hat, hat sie sogar die Gerte benutzt. Was ist da passiert?

Ich habe mich auch mal mit einer anderen Hundebesitzerin unterhalten. Sie hat erzählt, dass ihr Hund total unruhig ist und immer andere Hunde anbellt. Während sie mir das erzählt hat, saß ihr Hund total lieb neben ihr. Das ist ihr einfach gar nicht aufgefallen. Sie hat das einfach ignoriert und das obwohl sie doch selbst gesagt hat, ihr Hund ist so unruhig. Kann sie vielleicht gar nicht wahrnehmen, wenn ihr Hund ruhig ist? Dann, wie sollte es anders sein, kam ein anderer Hund und ihr Hund ist voll in die Leine gerannt und hat gebellt. Weißt du was die Besitzerin gemacht hat? Ich kann es nicht anders beschreiben, aber sie hat mitgebellt. Aus, aus, aus. Jetzt hör doch endlich auf. In ziemlich genau der gleichen schrillen Tonlage wie ihr Hund. Meinst du sie hat gemerkt, dass sie das gerade tut?

Außerdem habe ich immer wieder von Tierbesitzern gehört, dass sie echt eine tolle Hundetrainerin haben, aber sie schaffen es einfach nicht, umzusetzen, was die Trainerin ihnen sagt. Aus den verschiedensten Gründen: Weil sie keine Zeit haben, weil sie es vergessen oder weil sie einfach nicht wissen wie man diese „Führung“ denn jetzt übernimmt oder wie man endlich mal konsequent ist.

So und warum ist Tierimpuls jetzt entstanden?

Tierimpuls ist entstanden weil ich mir damals selbst jemanden gewünscht hätte, der mir sagt, dass das Verhalten meines Tieres etwas mit mir zu tun haben könnte. Jemanden der mir sagt, dass es in Ordnung ist auf mein Bauchgefühl zu hören.

Tierimpuls ist entstanden weil ich selbst erlebt habe, wie Tiere uns dabei helfen können uns selbst besser kennenzulernen beispielsweise in dem sie uns unsere inneren Antreiber zeigen oder verdeutlichen, wie oft wir Dinge tun, nur um gemocht oder anerkennt zu werden.

Tierimpuls ist entstanden weil ich der Meinung bin, dass es total wichtig ist zu wissen, was wir eigentlich mit unserem Tier machen wollen und was es können muss. Wir müssen unseren Weg finden und nicht etwas von anderen kopieren nur weil es gut aussieht aber uns gar nicht entspricht.

Tierimpuls ist entstanden weil ich gesehen habe, was durch Tiere in Bewegung gebracht werden kann und welche Themen ans Licht kommen.

Tierimpuls ist entstanden weil ich zeigen möchte, wie sehr unser Verhalten das Verhalten unserer Tiere beeinflussen kann und wie schön es ist an uns zu arbeiten… für uns und für unser Tier.

Tierimpuls ist entstanden weil ich anderen mitgeben möchte, dass sie nichts beweisen müssen und schon gar nicht mit ihrem Tier. Ich möchte zeigen, dass wir einfach wir sein dürfen und uns annehmen dürfen, uns und unser Tier.

Tierimpuls ist entstanden weil wir oft nicht, dass wir unserem Tier, das, was es macht selbst beigebracht haben. Ganz einfach weil wir so viele Dinge gar nicht wahrnehmen, manchmal sogar noch nicht mal unsere eigenen Handlungen.

Tierimpuls ist entstanden weil ich unterstützen möchte unsere Ziele mit unserem Tier zu erreichen und das was wir machen möchten auch wirklich umzusetzen.

Dafür müssen wir an uns arbeiten. Denn Veränderung beginnt in uns. Sobald wir uns verändern, verändert sich unsere Welt und genau dabei möchte ich nun andere begleiten und ihnen genau die Dinge, die ich durch all meine Ausbildungen und Erfahrungen lernen durfte weitergeben.

Falls du dich auch für dein Tier verändern möchtest und dir dabei Begleitung wünscht, findest du hier mehr Informationen über das Coachingangebot Tierimpuls.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert