Ich möchte in diesem Artikel mal sammeln, welche Möglichkeiten es gibt, das eigene Haustier zu versorgen, wenn man sich selbst in einer schwierigen Lebenssituation befindet.
Ausgangspunkt dieses Gedankens ist, dass ich meine Masterarbeit darüber geschrieben habe, wie die Mitarbeiter:innen der Eingliederungshilfe mit den Tieren von Klient:innen umgehen sollten. Die Klient:innen der Eingliederungshilfe sind eben Menschen, die sich aktuell in einer schwierigen Lebenslage befinden. Hierbei wurde wirklich deutlich, wie wichtig die Tiere für Menschen sind, gerade wenn es sonst im Leben schwierig ist. Leider gibt es genau dann jedoch auch häufig Probleme. Das Ganze kannst du hier nochmal nachlesen.
Was mir während dem Schreiben dieser Arbeit deutlich wurde, ist dass es wirklich wenig Unterstützungsmöglichkeiten gibt und die, die es gibt, kennen viele nicht. Ich möchte einen kleinen Beitrag leisten und die, die ich kenen hier mit euch teilen. Außerdem würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir schreibt, falls ihr weitere wisst. Ich nehme sie dann sehr gerne auf. Wichtig ist, dass es mir hier wirklich um die Unterstützung von Menschen bei ihren eigenen Haustieren geht und nicht um tiergestützte Interventionen, also Angebote bei denen Menschen mit den Tieren von Fachkräften in Kontakt kommen.
Dieser Beitrag soll und darf gerne wachsen . Teilt ihn auch gerne, denn nur so kann er die Menschen finden, die sich vielleicht gerade in einer entsprechenden Lebenssituation befinden und Hilfe brauchen.
Betreuung der Tiere
Ja das ist wohl eines der schwierigsten Themen: Was passiert mit dem Tier wenn man ins Krankenhaus muss und weder ein unterstützendes soziales Umfeld hat noch finanzielle Mittel. Eine wirklich sehr gute Möglichkeit, die ich hier gefunden habe, ist second home for lonely pets. Hier geht es nicht nur darum ein neues Zuhause für das Tier zu finden, sondern es wird eben versucht Menschen zu finden, die Tiere kurzzeitig, beispielsweise während einem Krankenhausaufenthalt aufnehmen können. Mein letzter Stand war, dass hier noch dringend Leute benötigt werden, die Tiere aufnehmen können. Vielleicht ist das ja auch etwas, was du dir vorstellen kannst?
Außerdem können sich auch über Nachbarschaftshilfen oder ähnlichem tolle Möglichkeiten ergeben. Wichtig ist, dass ganze frühzeitig und nicht erst im aktuen Notfall anzugehen. Denn so hat das Tier auch die Möglichkeit sich an die Betreuungsperson zu gewöhnen, was auch die eigene Abwesenheit entspannter gestalten kann.
Krankheit
Herausfordernde Lebenssituationen gehen leider oft mit finanziellen Einbußen einher und alle Tierbesitzer wissen, dass Tierärzte immer teurer werden. Ganz schlechte Kombi. Auch hier habe ich natürlich nicht die Lösung, aber eine Möglichkeit die mir bekannt ist, ist die Soziale Tiernothilfe in Frankfurt, diese bieten beispielsweise einmal im Monat eine kostenlose Sprechstunde an der Frankfurter Hauptwache an. Auch im Wetteraukreis gibt es durch den Elisabethenhof eine tierärztliche Sozialsprechstunde. Falls du aus einer anderen Ecke kommst, lohnt es sich auf jeden Fall mal zu recherchieren. Auch das Tierrefugium Hanau bietet nun tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen an.
Einige Tierärzte bieten auch Ratenzahlung an, dies solltest du unbedingt mal erfragen, auch hier gilt, am besten sofort und nicht erst, wenn ein Notfall eingetreten ist.
Inzwischen gibt es wohl auch einige gute Tierkrankenversicherung. Bei diesen wird, ähnlich, wie bei unserer Krankenversicherung ein monatlich festgelegter Betrag bezahlt und dafür werden die Tierarztkosten übernommen. Wichtig ist es , unbedingt auch das Kleingedruckte zu lesen. Hier sollte unter anderem darauf geachtet werden, wann die Versicherung einem kündigen darf und welche Kosten unter welchen Voraussetzungen übernommen werden.
Futter
Nicht nur der Tierarzt kann ein finanzielles Problem darstellen, sondern schon Futterkosten können zu einer Herausforderung werden. Seit April bietet auch hier der Elisabetenhof Unterstützung, denn es gibt dort eine Mobile Tiertafel. Auch in Frankfurt am Main gibt es eine Tiertafel. Hier können sich Menschen, welche eben gerade kein Geld für das Futter des Tieres haben hinkommen und sich Futter holen.
So ich höre jetzt schon die Stimmen, die sich aufregen, wie man auf die Idee kommen kann, sich ein Tier zu holen, wenn man sich noch nicht mal das Futter leisten kann. Ja wenn das so ist, stimmt das. Doch meiner Erfahrung nach, war das Tier in den meisten Fällen schon da, bevor es den Menschen schlecht ging und da konnte das Futter noch bezahlt werden. Außerdem erlebe ich immer wieder, dass es beim Sozialleistungsbezug zu unglaublich langen Warte und Bearbeitungszeiten kommt. Also wenn jemand krank ist oder seinen Job verloren hat, besteht Anspruch auf Sozialleistungen aber solange die Anträge bearbeitet werden, gibt es oft kein Geld. Nicht selten habe ich als rechtliche Betreuerin erlebt, dass sogar die Wohnung verloren wurde, weil eben keine Leistungen gezahlt wurden. Ja, es gibt hier Möglichkeiten, beispielsweise kann eine vorläufige Entscheidung (§ 42SGB II) beantragt werden, doch auch das muss man ja erstmal wissen.
Es gibt auch einige Stiftungen, die bei Futterkosten und tierärztlicher Behandlung helfen, allerdings habe ich hier keine gefunden, die aktuell Kapazitäten haben.
Training und Beratung
Ein Punkt, der meiner Meinung oft unterschätzt wird, ist wie wichtig es ist sich und sein Tier im Zusammenleben zu trainieren. Ja ich sage bewusst, dass beide trainieren müssen, denn wenn ihr mich kennt, wisst ihr, dass ich nicht der Meinung bin, dass unser Tier etwas lernen muss, sondern an den meisten unerwünschten Verhaltensweisen, die unser Tier zeigt, haben wir einen Anteil.
Doch gerade wenn es uns sowieso nicht gut geht, kann es wirklich sehr belastend sein, wenn das Tier unerwünschtes Verhalten zeigt. Wenn der Spaziergang dann schon schwer fällt weil die Depression voll zuschlägt und dann der Hund auch noch alles anbellt, kann der Spaziergang wirklich anstrengend sein. Dann noch auf sein eigenes Verhalten zu achten, um das Verhalten des Tieres zu verändern, ist dann fast nicht möglich. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Ich glaube ihr wisst, was ich meine. Genau das kann eine echte Herausforderung sein. Was macht man in solchen Fällen? Sicher haben jetzt viele die Idee sich professionelle Unterstützung durch einen Hundetrainer zu holen, doch hier scheitert es oft wieder an den Kosten.
Leider habe ich hier gar keine Idee, wie unterstützt werden kann, dennoch war es mir wichtig den Punkt aufzuführen und vielleicht hat ja jemand, der den Artikel liest, eine Idee, dann meldet euch sehr gerne und ich nehme eure Ideen hier auf.
Ich habe ich damals im Rahmen eines Projektes in meinem Angestelltenverhältnis bei der FIP Teilhabe GmbH an einem Arbeitskreis mitgewirt. Dort haben wir gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Frankfurt einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, der sich explizit mit dem Thema beschäftigt hat, wie Menschen in schwierigen Lebenssituation, insbesondere wenn sie an einer psychischen Ekrankung leiden, bei ihren Haustieren unterstützt werden können. Ein erstes Ergebnis war hier eine Beratungsstelle welche Fachkräfte und Betroffenen bei Fragen rund um Tierwohl und Tiergesundheit berät. Die Ansprechpartnerin ist hier Laura Murza. (069 212 31094, laura.murza@stadt-frankfurt.de).
So das sind jetzt die Sachen, die mir spontan eingefallen sind. Ich weiß, dass der Artikel noch lange nicht fertig ist und sobald ich weitere Möglichkeiten erfahre, werde ich diese hier teilen, genau so wenn ihr mir etwas schreibt. Dennoch möchte ich ihn schon veröffentlichen, denn vielleicht können die paar Dinge, die er jetzt schon beinhaltet, eine Hilfe sein.