Pferdegestütztes Coaching: Warum mein Pferd die Situation jederzeit verlassen darf

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und was wir Menschen daraus lernen können

In meinem pferdegestützten Coaching ist es mir besonders wichtig, dass die Pferde frei agieren können und die Situation jederzeit verlassen dürfe. Ich glaube, dass Pferde durchaus Lust haben, mit uns zu interagieren – aber nur, wenn ihre Bedürfnisse geachtet werden. Das wichtigste, was meine Pferde gelernt haben, ist, dass sie Situationen verlassen dürfen, ohne dass negative Konsequenzen folgen.

Genau dieses Prinzip übertrage ich auch auf mein Coaching: Es geht darum, dass du lernst, deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu respektieren – und dabei von den Tieren zu lernen.

Vielleicht fragst du dich: „Wie soll Coaching funktionieren, wenn das Pferd einfach geht?“

Das möchte ich dir gerne erläutern. Es gibt zwei Gründe, warum Pferde eine Situation verlassen:

  1. Wir haben das Pferd durch das, was wir ausstrahlen, dazu gebracht die Situation zu verlassen. Meist sogar ohne es zu merken.

Pferde reagieren nicht auf das, was wir sagen, sondern auf unsere Körpersprache. Wenn wir uns unsicher, gestresst oder gehemmt fühlen, spürt das das Pferd und zieht sich zurück.

Wir Menschen kommunizieren aber vor allem über das gesprochene Wort und haben daher leider oft verlernt unsere Körpersprache überhaupt wahrzunehmen. Hinzu kommt, dass wir oft das Gefühl haben, wir müssen uns verstellen. Das klingt jetzt so als ob es eine bewusste Entscheidung wäre, ist es aber nicht und es fängt schon bei Kleinigkeiten an. Zum Beispiel, wenn du eigentlich eine Pause brauchst aber weiterarbeitest. Oder wenn du deine Meinung nicht sagst, weil du niemanden verletzen willst. Vielleicht hältst du deine Meinung auch zurück, weil die Person, der du deine Meinung sagen möchtest, dein/e Vorgesetzte/r ist. Gerade im Kontakt mit unseren Vorgesetzten verhalten wir uns oft anders als sonst.

Genau darüber können wir dann im Coaching ins Gespräch kommen, denn es soll ja darum gehen, dass du immer mehr den Weg zu deinem authentischen Selbst findest und dass Leben führst, dass du gerne führen möchtest.

Doch nochmal zurück zu der Situation, denn schließlich bist du gerade in einem pferdegestützten Coaching und nicht in einem Gespräch mit deinem Chef. Doch auch hier kann es sein, dass du vielleicht Gefühle hast, die den Kontakt mit dem Pferd gerade verhindern. Vielleicht bist du etwas unsicher dich mit diesem doch sehr großen Tier zu beschäftigen und Kontakt aufzunehmen, das spürt das Pferd und wird eventuell erstmal gehen. Es kann auch sein, dass du dir selbst Druck machst, weil du schließlich Geld für das Coaching bezahlt hast und etwas erreichen möchtest. Diesen Druck spürt das Pferd und wird weichen, denn es ist eine instinktive Reaktion von Pferden zu weichen, wenn sie Druck spüren. All das können wir herausfinden.

2. Das Pferd folgt seinen eigenen Bedürfnissen

Es kann aber auch sein, dass es gar nichts mit dir zu tun hat, dass das Pferd die Situation verlassen hat, sondern dass es selbst ein anderes Bedürfnis hat. Vielleicht möchte es gerade lieber etwas fressen oder sich ausruhen. Natürlich hat mein Pferd immer die Möglichkeit sich auszuruhen oder zu fressen, doch es kann eben trotzdem sein, dass es das genau jetzt möchte.

Blöde Situation, oder?

Doch ist das wirklich so? Was würdest du darüber denken, wenn du in ein Coaching kommst und das Pferd geht einfach? Wie geht es dir damit, wenn ein anderes Lebewesen seine eigenen Bedürfnisse über das, was du eigentlich geplant hast, stellt? Du merkst, wir sind schon mittendrin im Coaching und können auch hier super ansetzen.

Außerdem können wir so lernen, dass es in Ordnung ist, wenn wir unseren Bedürfnissen nachgehen. Denn genau das erlauben wir uns ganz oft nicht. Weil wir glauben, dass andere Sachen wichtiger sind und/oder wir doch Verpflichtungen haben. Da kann es sogar passieren, dass wir das so perfektioniert haben, dass wir unsere Bedürfnisse irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen. Genau das können wir im Coaching mit Pferden wieder lernen. Unsere Bedürfnisse wahrnehmen und herausfinden, welche Wege es geben kann, nach ihnen zu handeln.

Das können wir von Tieren lernen, wenn wir sie lassen und ihnen nicht beigebracht haben, dass es negative Konsequenzen für sie hat, wenn sie das machen. Genau deswegen, ist eben das Wichtigste, das ich meinem Pferd beigebracht haben, dass es Situationen verlassen darf. Wobei, wenn man es genau nimmt, habe ich ihm das gar nicht beigebracht, denn das konnte es natürlich schon. Es ist wohl eher richtig zu sagen, dass mein Pferd gelernt hat, dass es keine negativen Konsequenzen hat, wenn es seinen Bedürfnissen nachgeht. Genau das wünsche ich mir auch für dich.

Natürlich hat auch das seine Grenzen und es gibt immer wieder Situationen, in denen das nicht möglich ist, sowohl beim Pferd als auch in unserem Leben. Manchmal gibt es einfach Datelines oder Termine, die eingehalten werden, muss. Manchmal muss das Pferd einfach mal stillstehen, zum Beispiel wenn der Schmied da ist. Doch es kann immer geschaut werden, dass die Situationen möglichst angenehm sind und zu den Bedürfnissen passen. Dazu ist der erste Schritt, die Bedürfnisse wahrzunehmen und sich dann zu erlauben, sie zu zeigen. Dann kann geschaut werden, wie und ob sie in dieser Situation umgesetzt werden können. Genau dies kann im Rahmen des pferdegestützten Coachings erarbeitet werden, beispielsweise in dem du deinen Tagesablauf so gestaltest, dass er zu deinen Bedürfnissen passt.

Selbst wenn es nicht immer möglich ist, darf mein Pferd im Coaching die Situation allerdings immer verlassen. Dennoch ist natürlich das Ziel, das Coaching und auch alle anderen Situationen so zu gestalten, dass das Pferd nicht das Bedürfnis hat, sie zu verlassen und so soll es auch in deinem Leben sein.

Das ist übrigens auch der Grund, warum ich beispielsweise keinen Reitunterricht anbiete, obwohl ich Reitlehrerin (Trainer C EWU) bin. Ich glaube, wenn jemand zu Reitunterricht kommt, hat er die Erwartung an diesem Tag auch zu reiten. Wenn ich ihm dann sagen würde, dass das Pferd aber gerade die Situation verlassen hat, weil es ein anderes Bedürfnis hat, würde das glaube ich nicht gut ankommen.

Möchtest du erleben, wie pferdegestütztes Coaching dir hilft, deine Bedürfnisse wahrzunehmen, souveräner zu handeln und authentischer zu sein?
Dann schau dir mein Coachingprogramm „Tierimpuls – von Pferden führen lassen“ an und lerne, wie du von den Tieren für dein eigenes Leben profitieren kannst.

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