Ich habe den Glaubenssatz abgelegt, dass ich noch nicht genug kann
Egal wie viele Weiterbildungen ich mache und was ich alles lerne, irgendwas fehlt immer noch. Ich habe immer gedacht, wenn ich diese Weiterbildung noch habe, dann mache ich mich selbstständig und dann kann ich Angebote entwickeln. Leider gab es in der Vergangenheit Situationen, wo ich wirklich ausgebremst wurde. Zum Beispiel braucht man, um als tiergestützte Pädagogin zu arbeiten eine Genehmigung vom Veterinäramt. Leider gibt es hier keine einheitlichen Richtlinien, welche Voraussetzungen es gibt. Also habe ich beim Veterinäramt angerufen und eben gefragt, was ich brauche. Die Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Pädagogik hatte ich damals schon. Mir wurde gesagt, ich brauche einen Trainerschein. Tja jetzt ist es aber so, dass ich ja gar keine so tolle Reiterin bin, hier habe ich das auch schon beschrieben, sondern mir geht es vor allem um den Umgang und das Zusammensein mit Tieren, in diesem Fall mit Pferden. Genau das wollte ich auch anderen ermöglichen. Das hat keine Rolle gespielt, man braucht den Trainerschein, auch wenn man Leute nur mal kurz aufs Pferd setzt, damit sie fühlen können. Das wollte ich nicht ausschließen und irgendwie hab ich das auch gar nicht weiter hinterfragt. Heute weiß ich, dass ich das nicht gemacht habe, weil es mich in meinen Glaubenssatz bestärkt hat, sowieso noch nicht genug zu können. Ich habe mich also echt durch alle Abzeichen, Lehrgänge und schließlich auch den Trainerschein gequält. Es hat mir wirklich keinen Spaß gemacht. Als ich ihn schließlich nach drei Jahren und vielen tausend Euro weniger im Geldbeutel hatte, wurde mir gesagt ich hätte ihn gar nicht gebraucht. So dann hatte ich ihn und dachte, jetzt kann ich durchstarten. Aber nein, vielleicht will ich ja auch mit psychisch kranken arbeiten, da wäre doch Therapie gut. Vielleicht sollte ich noch den Heilpraktiker für Psychotherapie machen. Das hat mir echt Spaß gemacht, Therapie will ich jetzt aber gar nicht mehr anbieten.

Du siehst, der Glaubenssatz, noch nicht genug zu kennen hat mich ein ganz klein bisschen ausgebremst. Außerdem habe ich in den letzten Jahren gelernt, dass wir uns nie bereit fühlen, bis wir es tun. Es bringt nichts, mir im Kopf auszumalen, was alles passieren könnte weil dann sowieso alles kommt. Ich möchte jetzt anfangen und Weiterbildungen kann ich ja trotzdem machen. Denn eigentlich liebe ich es ja mich weiterzubilden, aber nicht weil ich muss, sondern weil ich will und weil es so viele spannende Themen gibt.
Ich mache nur noch eine Weiterbildung gleichzeitig
An das oben geschriebene anknüpfend mein nächster Vorsatz. Es ist einfach unglaublich wie spannend alles ist und es gibt so viel was ich noch lernen möchte. Während den Aus und Weiterbildungen merke ich immer was es noch so gibt und was ich noch alles machen will. Das will ich dann sofort lernen. Ich habe mich in der Vergangenheit so oft für eine weitere Weiterbildung angemeldet, während ich eine mache. Das hat dann aber leider dazu geführt, dass es teilweise echt zu viel war und ich gar nicht mehr richtig aufnehmen konnte, was ich gerade lernen darf. Ich habe generell die Tendenz während ich was mache gedanklich schon in der Zukunft zu sein. Einerseits ist das gar nicht so schlecht weil ich dauernd neue Ideen entwickle, das Problem ist aber, dass ich gar nicht genießen und wahrnehmen kann was ich gerade tue. Obwohl es ja eigentlich das ist, was ich in der Vergangenheit tun wollte. Daran arbeite ich gerade. Wahrnehmen, fühlen und da Sein.
Ich höre nicht mehr auf Experten, die mir nicht begründen wollen was sie tun
Ich weiß leider keine bessere Überschrift für diesen Punkt, denn prinzipiell habe ich natürlich gar nichts gegen Experten, im Gegenteil. Ich liebe es mit Menschen zu tun zu haben, die echt Ahnung auf ihrem Gebiet haben. Von diesen kann man so viel lernen und wie du ja vielleicht schon gemerkt hat, lerne ich ziemlich gerne. Ich möchte aber verstehen, was dahinter steckt und warum sie tun was sie tun. Natürlich kann ich das als Laie nicht alles nachvollziehen aber eine Antwort was hinter der Idee, das jetzt so zu machen steckt, möchte ich schon haben. Ich möchte verstehen warum mein Hundetrainer mir sagt, dass ich das so machen soll. Wenn er mir dann erklären kann, dass das sinnvoll ist weil sich dieser Ansatz beispielsweise an der Lerntheorie orientiert oder es in bestimmten Fällen aus diesem und jenem Grund zum Erfolg geführt hat, bin ich ja schon zufrieden. Deshalb möchte ich in meinen Blogartikeln auch immer schreiben was dahinter steckt. So ist beispielsweise der Blogartikel wie wir und unsere Tiere lernen und der Stress und seine Auswirkungen entstanden. Denn ich finde es so wichtig Dinge zu verstehen um dann entscheiden zu können, welchem Weg man gehen möchte. Natürlich kann ich auch verstehen, dass das total anstrengend sein kann. Doch ich möchte einfach nachfragen dürfen, vor allem wenn ich ein komisches Bauchgefühl habe. Ich muss nicht alles verstehen, aber ich möchte das Gefühl haben, die Person, weiß was sie tut. Vor allem beim Training meiner Tiere.
Ich beende Sachen, die mir nicht gut tun
In den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass es für mich echt schwierig ist, wenn ich das Gefühl habe, dass ich Situationen nicht verlassen kann. Entweder weil es irgendwelche Verträge gibt oder weil ich mich verpflichtet fühle. Ich meine damit jetzt nicht, dass ich aus allem ständig aussteigen möchte. Mir ist durchaus klar, dass für die Umsetzung von Projekten eine gewissen Verbindlichkeit wichtig ist. Dennoch kann es einfach sein, dass die Rahmenbedingungen nicht mehr passen oder wir uns einfach weiterentwickeln. Dann möchte ich Situationen verlassen können, es muss auch nicht sofort sein. Aber es muss den Raum geben darüber zu sprechen. Ganz schlimm finde ich es, wenn man wegen irgendwelchen Verträgen irgendwo gehalten wird. Wie gesagt, wenn es inhaltlich sinnvoll ist, kann ich verstehen, dass eine Situation nicht sofort verlassen werden kann…aber nur weil es in einem Vertrag steht? Ich habe beispielsweise auch noch nie verstanden warum es in Reitbeteiligungsverträgen eine Kündigungsfrist gibt. Natürlich gibt es dem Pferdebesitzer so eine gewisse Planbarkeit und ja wahrscheinlich auch eine finanzielle Sicherheit. Aber ich möchte doch nicht, dass jemand was mit meinem Tier macht, der eigentlich gar keine Lust mehr dazu hat.
Ich erlaube mir zu machen, was mir Spaß macht

Seit diesem Jahr lege ich meinen Fokus darauf, dass ich Sachen machen darf, die mir Spaß machen. Irgendwie hatte ich immer im Kopf, dass ich hart arbeiten muss um etwas zu erreichen. Es muss anstrengend sein, sonst ist es nicht Wert. Aber ist das wirklich so? Warum darf es denn nicht leicht sein? Außerdem bin ich der Meinung, dass unsere Gedanken durchaus Einfluss auf unsere Realität haben und wenn ich mir immer wieder sage, wie anstrengend doch alles ist, ziehe ich natürlich auch die Dinge, die anstrengend sind an. Glaub mir, dass habe ich in der Vergangenheit echt perfektioniert. Doch jetzt treffe ich die Entscheidung, dass es anders sein darf. Mein Leben darf leicht sein und alle Situationen und ja auch Menschen, die ich als anstrengend empfinde, dürfen mein Leben verlassen.